Post Covid/Erschöpfung

Ein Erfahrungsbericht über Erschöpfung und Post Covid

Das Ziel hinter dem Ziel

Eine große Erschöpfung, über Jahre gewachsen und durch schwierige Coronazeiten, eine Covid-Erkrankung, sowie eine langwierige Scheidungsphase verstärkt, führte mich im Mai 2022 in die Klinik am Steigerwald. Mein erster Eindruck war: Hier gehe ich nie wieder weg! 

Weil die Klinik mitten im Wald auf einem Plateau liegt, das sich zum Maintal hin öffnet, geht der Blick aus den meisten Zimmern über das Tal und in die Weite der hügeligen und bewaldeten Landschaft. Tagsüber ziehen die Wolken und abends gibt es spektakuläre Sonnenuntergänge. Das Beeindruckenste ist die Stille! Man hört nur Vögel und/oder Menschen. Die ganze Anlage lädt zum Verweilen ein: Der Teich mit den Ringelnattern, Fröschen und Fischen, der Kräutergarten, die Wiese mit den Liegestühlen und unzählige Wege im Wald. Schon in den ersten Tagen merkte ich, wie mich diese Landschaft und die Ausblicke verzauberten und zur Ruhe brachten! Ich konnte einfach nur sein, denn es wurde rundum für mich gesorgt: Durch die Küche mit ihren vegan/vegetarischen Köstlichkeiten; das Pflegepersonal, das für alle Fragen und Wünsche bereitsteht; das Putzteam, das alles in Schuss hält und natürlich die TherapeutInnen. Mich berührte die große gegenseitige Wertschätzung unter den Mitarbeitenden, die so gerne dort arbeiten.

Nach einer ausführlichen Anamnese bei meiner Ärztin, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie alles ernst nimmt und mich unbedingt wieder gesundmachen will, begann die Therapie. Ich bekam auf mich abgestimmte Dekokte zu trinken: Chinesische Heilkräuter als Tee aufgebrüht. Jeden Tag konnte ich meiner Ärztin meine körperlichen Empfindungen schildern (als da waren: Post-Covid Symptome in Form schwerer Erschöpfung,, sowie Schlafstörungen, Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Herz-Kreislaufbeschwerden und ein Zeckenbiss mit daraus entstandener Borreliose) und mit ihr zusammen überlegen, was ich noch bzw. nicht mehr brauchte. Ich fühlte mich vollkommen wahrgenommen und unterstützt. Die Dekokte wurden jeweils angepasst. Hinzu kamen die Körpertherapien: Tuina, Shiatsu, Osteocompact etc.. Alle Körpertherapeut-Innen arbeiten anders und unterstützten so den Gesundungsprozess. Ich konnte mich jedes Mal fallen und verwöhnen lassen. Meine Lebensenergie kehrte zu mir zurück!

Als sehr hilfreich und weiterbringend erlebte ich die Psychotherapie. Meine seelischen Nöte wurden erkannt und respektiert. Durch tiefe Gespräche, Bilderarbeit, systemische Aufstellung und Traumaarbeit konnte ich in mein Inneres gehen, alte Verletzungen ablösen, ordnen und wieder zu meiner Selbstfürsorge finden. Wunderbar war auch das Bogenschießen. Zuerst konnte ich mit der Prozedur nichts anfangen: Ich schieße einen Pfeil, na und!? Erst über die Zeit mit der Bogenschießgruppe und den Einzelterminen konnte ich immer mehr den therapeutischen Sinn dahinter erkennen: Ich mache mich innerlich leer und frei von Zwängen, um dann im Atemrhythmus einen Pfeil einzuspannen und ein Ziel zu fokussieren. Dieses Fokussieren half mir sehr in meinen seelischen Konflikten. Vor allem als mir geraten wurde, doch einmal das Ziel hinter dem Ziel anzuvisieren! In meiner letzten Bogenschießstunde schoss ich in Richtung Freiheit und Freude. 

So gestärkt, konnte ich die Klinik schließlich doch verlassen.

Diemut Mandera, 21.06.2022

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