Erfahrung PolyneuropathiePolyneuropathie

Lehrerin, Jahrgang 1951

Rita zusammen mit Dr. Schmincke

Erste Anzeichen

Die ersten Beschwerden beim Gehen spürte ich bereits gegen Ende des Jahres 1999. Ich hatte zuweilen ein unangenehm taubes Gefühl in den Füßen, fühlte manchmal Steinchen in den Schuhen oder hatte den Eindruck, dass mein Strumpf in Falten lag und dadurch am Fuß scheuerte. Allerdings war das nicht der Fall. Dieser Umstand irritierte mich zwar, ich maß ihm aber wenig Bedeutung bei.

Im Verlauf der nächsten zwei Jahre verstärkten sich diese Beschwerden, hinzu kamen Miss-Empfindungen, die sich vor allem auch zeigten, wenn ich baden wollte. Ich konnte kein heißes oder kaltes Wasser mehr an den Füßen ertragen. Bereits lauwarmes Wasser fühlte sich sehr heiß an.


Ernsthafte Beschwerden

Ungefähr seit 2003 empfand ich zunehmend Schmerzen im Bereich der Zehen, später auch im Mittelfuß- und Fersenbereich. Das Gehen wurde immer schwerer, mein Gang wurde unsicherer, und ich hatte oft das Gefühl, an den Füßen Wunden oder Hautabschürfungen zu haben. Allerdings war die Haut weder gerötet noch verletzt.

Nach und nach konnte ich immer weniger den Druck normaler Schuhe ertragen. Das Brennen und Schmerzen besonders an den Zehen wurde unerträglich. Die Schmerzattacken erfolgten schubweise, wochenlang waren die Beschwerden erträglich, dann wurden sie ohne besonderen Anlass so schlimm, dass ich auch im Winter Sandalen trug und viel zu große Schuhe bevorzugte, in denen natürlich mein Gang noch unsicherer wurde.

Im weiteren Verlauf schnitt ich sogar mit einem Brotmesser meine Schuhe zwischen Oberleder und Sohle zu einem Drittel auf, sodass der Druck des Oberleders weniger zu spüren war. Auch die Bettdecke auf den Füßen verursachte zuweilen heftige Schmerzen.

Bis zum Beginn des Jahres 2007 spitzten sich die Schmerzen und die Unsicherheit beim Gehen so sehr zu, dass ich es kaum noch ertragen konnte. Jeder Schritt wurde zur Qual, und auch meine Allgemeinbefindlichkeit litt sehr unter diesem Zustand. Ich litt unter depressiven Verstimmungen, konnte nur noch mit Mühe meinem Beruf als Lehrerin nachgehen und fühlte mich immer unbeweglicher und unsicherer.

Restless legs

Zu den immer heftiger werdenden Schmerzen, die nachts als wahre ‚Gewitter‘ in den Füßen zu spüren waren, gesellten sich immer häufiger Beschwerden, die als ‚Restless legs‘ bezeichnet werden.

Besonders nachmittags und abends trat immer wieder ein unangenehmes Kribbeln und Zucken in Beinen und Füßen auf, was es mir oft unmöglich machte, die Füße still zu halten. Ich versuchte, diese Beschwerden durch Einreiben mit Franzbranntwein oder mit kalten Güssen zu lindern, was aber wiederum als schmerzhaft empfunden wurde.


Ärztliche Behandlung

Seit 2005 war ich wegen der oben beschriebenen Beschwerden in ärztlicher Behandlung. Mein Hausarzt diagnostizierte Polyneuropathie, verschrieb mir wegen meiner Depression Psychopharmaka und überwies mich an einen Facharzt für Neurologie.

Der Neurologe überprüfte die Diagnose anhand einer Neurographie und bestätigte eine bereits fortgeschrittene PNP. Er riet mir, die vom Hausarzt verschriebenen Medikamente weiterzunehmen, verschrieb mir zusätzlich hochdosiertes Vitamin B und das Medikament ‚Lyrika‘. Im weiteren Verlauf wurde dieses Medikament zweimal höher dosiert, weil die schmerzstillende Wirkung ausblieb.

Von meinem Gynäkologen erhielt ich zusätzlich zu dieser Zeit noch ein niedrig dosiertes Östrogen-Präparat zur Regulierung von Wechseljahresbeschwerden.

Alle drei Ärzte (Hausarzt, Neurologe und Gynäkologe) wussten jeweils über die Medikation ihrer Kollegen Bescheid und meinten, die verabreichten Medikamente könnten gut zusammen wirken und vertragen werden.

Ich selbst hatte allerdings das Gefühl, dass die morgendliche Tablettendosis meinem Stoffwechsel nicht zuträglich sei. Ich nahm an Gewicht zu und wurde immer unbeweglicher. Das Gehen wurde immer beschwerlicher, ich sah mich bereits der von meinem Neurologen vorausgesagten Abfolge von ‚Gehstock – Rollator – Rollstuhl‘ ausgeliefert.


Neue Wege

In dieser aussichtslosen Situation forschte ich im Internet nach, fand die Seite der Klinik am Steigerwald und machte mich erstmals bekannt mit dem Weg der TCM.

Ich rief umgehend in der Klinik an und hatte bald darauf ein umfassendes Gespräch mit Herrn Dr. Schreyer.

Mein Hausarzt und der Neurologe unterstützten diesen Weg; der Neurologe schrieb einen ausführlichen Bericht, in dem er erklärte, dass er außer Dosis-Erhöhung der Medikamente nichts Weiteres für mich tun könne. Daraufhin bekam ich die Zusicherung der Kostenübernahme für eine stationäre Behandlung in der Klinik am Steigerwald durch die Beihilfe und die Debeka – vorerst einmal für 3 Wochen.

Anfang Mai wurde ich stationär in der Klinik aufgenommen. Während der ersten 2 Wochen der Behandlung dort wurden alle Medikamente abgesetzt und die Grundvoraussetzungen geschaffen, dass die PNP gezielt behandelt werden konnte. Stoffwechsel und Verdauung kamen wieder ins Gleichgewicht, auch mein psychischer Zustand verbesserte sich langsam aber sicher. Meine Gehfähigkeit verbesserte sich, die Körpertherapie und die Körperübungen hatten sehr positive Auswirkungen auf mein Allgemeinbefinden.


Behandlungserfolg

Mein Aufenthalt in der Klinik am Steigerwald wurde um drei Wochen verlängert. Im Lauf der letzten drei Wochen meines Klinikaufenthalts konnte ich beinahe Tag für Tag eine Verbesserung meines Befindens verbuchen. Gern tauschte ich mich mit anderen Patienten über den Behandlungserfolg aus und unternahm mit ihnen kleine Ausflüge.

Wieder zu Hause führte ich die Behandlung weiter; ich werde bis heute telefonisch von der Klinik weiter betreut, erhalte von Zeit zu Zeit Kräuter, um mir meine Dekokte zu kochen. Weitere Medikamente benötige ich nicht.

Ich fand eine gute Heilpraktikerin für TCM, bei der ich wöchentlich eine Akupunktur-Behandlung habe.

Einmal wöchentlich erhalte ich bei einem Physiotherapeuten eine Fußreflexzonenmassage, die mir sehr gut tut.

Meine Ernährung habe ich den Regeln der Klinik weitgehend angepasst, soweit das im Alltag praktikabel ist.

Ich bin froh und glücklich, wieder nahezu beschwerdefrei gehen zu können, meinen Alltag ohne Schmerzen zu bewältigen und mit einem neuen und guten Lebensgefühl meinen Beruf auszuüben und meine Freizeit zu genießen.

Ich trage wieder normale Schuhe, fühle mich beweglich und vital und kann mit meinem Hund ohne Reue und Schmerzen spazieren gehen.

Vermutlich lässt sich langfristig noch mehr Verbesserung erreichen, deshalb werde ich – mit Pausen – die Therapie ambulant weiter führen.

Ich danke den Ärzten, den Körpertherapeuten, dem Pflegepersonal und Küchenteam und allen anderen Beteiligten der Klinik am Steigerwald dafür, dass mir durch die Aufnahme und Behandlung dort wieder gute Perspektiven eröffnet wurden!


Rita Groß-Grevenbroich

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