Erfahrung MigräneMigräne

Christof Harms Finanzbeamter im Ruhestand

Seit meiner Jugend litt ich unter Kopfschmerzen. Mit den Jahren stieg die Anfall-häufigkeit und die Schmerzen wurden stärker. Hinzu kam, dass die anfallsweise auftretenden Schmerzattacken von Übelkeit, Erbrechen und starkem Tränen des linken Auges begleitet wurden. Die Anfälle traten meistens mitten in der Nacht auf, so dass aufgrund der Schmerzen an Schlaf nicht mehr zu denken war. Um am Morgen arbeitsfähig zu sein, habe ich ab ca. 1990 mit der Einführung der Sumatriptane diese speziellen Migränemittel als Tablette, bei schweren Anfällen als Spritze eingenommen. Morgens war ich schmerzfrei und konnte zur Arbeit gehen.

In den ersten Jahren traten die Attacken noch monatlich auf. Mit der Zeit wurden die Zeiträume zwischen den einzelnen Migräneanfällen immer kürzer. In den Jahren 1996/97 habe ich das Migräne- und Schmerzzentrum an der Uni Kiel aufgesucht, um dort bei Spezialisten und ggfs. durch andere Behandlungsmethoden Linderung zu finden. Versuche mit einer hochdosierten Kortison-Behandlung und einer Sauerstoff-Therapie führten nicht zum gewünschten Erfolg. Letztendlich wurde mir auch dort Imigran zur Behandlung der Attacken verschrieben. Die Einnahme der Triptane half zwar beim akuten Anfall, führte jedoch m.E. zu einer Abhängigkeit, so dass die Anfallhäufigkeit bis Anfang 2000 auf 3 - 4 mal wöchentlich anstieg. Ich fühlte mich zu dieser Zeit antriebslos, meine körperliche und psychische Verfassung war sehr schlecht. Eine Teilnahme an Veranstaltungen, Festen und Feiern war gar nicht mehr möglich, weil sich spätestens nach einer Stunde ein Migräneanfall einstellte.

Im Frühjahr 2000 stellte Dr. Schmincke die Klinik am Steigerwald in einer Fernsehsendung von Jürgen Fliege vor. Da ich aus ärztlicher Sicht austherapiert war, entschloss ich mich zu einer 4-wöchigen Behandlung in der Klinik - schlimmer konnte es ja nicht mehr werden! Unwissend, was mich erwartete, trat ich am 20.07.2000 die stationäre Behandlung in der Klinik am Steigerwald an. Schon bei meiner Ankunft war ich angetan von der Ruhe und der familiären Atmosphäre. Nach einer eingehenden Diagnostik und der anschließenden Entgiftung des Körpers setzte die eigentliche Behandlung mit der Kräutertherapie, der Akupunktur und einer Vielzahl von Körpertherapien ein. Ergänzt durch eine Ernährungsumstellung und die absolute Ruhe führte diese Methode sehr schnell zu positiven Erfahrungen. Man ließ sich verwöhnen und lernte seinen Körper kennen.

Nach Abschluss der Behandlung war in jeder Hinsicht eine Besserung eingetreten. Mein Körper hatte Kraft getankt, mein Leben war wieder lebenswert. Die Migräneanfälle traten in deutlich größeren Abständen auf. Leider konnten die verschiedenen ausprobierten Notfall-Dekokte die Attacken nicht verhindern oder den Schmerz abstellen, so dass ich bei einem Anfall 24 Stunden außer Gefecht war. Durch Qigong, das in der Klinik zum täglichen Programm und seit dem dortigen Aufenthalt zu meinen regelmäßigen Übungen gehörte, konnte ich leichte Anfälle beherrschen und bei schweren Anfällen eine Linderung erreichen. Um häufige Dienstunfähigkeiten zu vermeiden, griff ich jedoch irgendwann wieder zur Tablette. Nach gut einem Jahr befand ich mich, trotz der fortgeführten ambulanten Behandlung, wieder im alten Trott. Die Anfallhäufigkeit, die nach dem Klinikaufenthalt bei 1-2 mal im Monat lag, steigerte sich bis zu meinem Eintritt in die Ruhephase der Altersteilzeit im Sommer 2008 wieder auf 2-3 Anfälle pro Woche.

Nachdem im Sept. 2006 ein Prostata-Carcinom und im Jan. 2009 ein malignes Melanom entfernt worden waren, riet mir mein behandelnder Arzt in der Klinik am Steigerwald dringendst zu einer erneuten stationären Behandlung. Dafür bin ich Herrn Dr. Schreier heute noch dankbar. Ab 31.03.2009 befand ich mich wieder für 3 Wochen in stationärer Behandlung in der Klinik. In der 1. Nacht wurde ich um 2:00 Uhr durch einen schweren Migräneanfall wach. Von dem sofort verabreichten Notfall-Dekokt musste ich mich übergeben. Bis zum Morgen habe ich vor Schmerz nicht mehr geschlafen. Aufgrund meiner Schilderung sollte bei einer neuen Rezeptur der Magen stärker mit einbezogen werden. Diese kam in der 10. Nacht zum Einsatz - wieder wurde ich um ca. 2:00 Uhr von starken Schmerzen geweckt. Der neue Notfall-Dekokt - durch die Zugabe von Minze - schmeckte sehr viel angenehmer und bewirkte, dass ich sofort wieder einschlief und bis zum Morgen tief und fest geschlafen habe. Der Anfall war vorüber! Die restliche Zeit der stationären Behandlung konnte ich noch mehr genießen.

Bis Ende 2011 habe ich noch weiter im Rahmen einer ambulanten Behandlung täglich Dekokte getrunken. Seit nunmehr gut 2 Jahren beziehe ich nur noch die Notfall-Dekokte für Migräne und auch für andere Infekte. Sonstige Migränemittel habe ich nun schon seit gut 4 ½ Jahren nicht mehr genommen. Ich habe zwar noch gelegentlich leichte migräneartige Kopfschmerzen, da ich jedoch bei den ersten Anzeichen den Notfall-Dekokt trinke, kommt es nicht mehr zur schweren Attacke. Die Traditionelle Chinesische Medizin - eine echte Chance für einen Neuanfang- hat mich zurück in ein normales Leben geführt. Ich führe wieder ein Leben ohne Schmerzmittel, die nie ohne Nebenwirkungen sind und oft neue Schmerzen hervorrufen.

Ich bin dankbar, dass ich auf diese Behandlungsmethode gestoßen wurde! Ich habe dort gelernt, ruhiger und gelassener zu werden. Es ist wichtig, den Stress auf ein Minimum zu reduzieren und dem Körper ausreichend Erholungsphasen zu gönnen. Sicherlich kam mir dabei zu Gute, dass ich nicht mehr im Arbeitsprozess stehe. Nach dem folgenden Satz von Friedrich Hebbel habe ich mein Leben ausgerichtet:

Die Natur gab dem Menschen die Willenskraft, damit er sich selbst forthelfe, wenn sie ihn etwa auf der Hälfte des Weges fallen lässt.

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