Nach Corona: Post-Virales-Syndrom aus Sicht der Chinesischen Medizin

Das Corona-Virus gibt der Medizin einerseits viele Rätsel auf, andererseits wurde eine Infektionserkrankung selten so intensiv beforscht. So konnte in sehr kurzer Zeit bereits eine Fülle an wissenschaftlichen Informationen veröffentlicht werden. Am erschreckendsten für viele Menschen sind die manchmal schweren Spätfolgen, die mit der Covid-19 Erkrankung einhergehen. Einige Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit diesen Folgen der Covid-Infektion und kommen zu vermeintlich neuen Erkenntnissen. In den Fokus ist zuletzt das sogenannte postvirale Fatigue-Syndrom geraten. Es zeichnet sich durch eine verlängerte schwere Erschöpfung, anhaltende Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit in der Folge einer Infektion aus. Das Post-Virale-Syndrom ist jedoch keine neuartige, Corona-spezifische Erscheinung. Es wird im Zusammenhang mit vielen Infektionskrankheiten beschrieben, wie zum Beispiel Grippe-Erkrankungen oder beim Pfeifferschen Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus) wo es gar eine Ursache der Erschöpfungs- und Schmerzkrankheit Fibromyalgie oder des Chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) sein kann.

Erschöpfung

Die Ursache dieser Erkrankungen ist bis heute nicht im Detail erklärt. Und da es für das Post-Infektions-Syndrom in der Schulmedizin keine kausale Therapie gibt, haben wir in den letzten 25 Jahren nach therapeutischen Alternativen gesucht und sehr viele Erfahrungen gesammelt. Hier bietet insbesondere die Chinesische Medizin vielversprechende Erklärungs- und Therapieansätze.

Covid-19 und das postvirale Syndrom

Noch ist die Datenlage bezüglich des Corona-Virus und seiner Spätfolgen recht dünn. Aber es gibt erste Untersuchungen, die Fatigue als eine Folge der COVID-19-Infektion unterstreichen (Quelle: tagesschau.de)

  • Eine Auswertung von 110 Patientinnen und Patienten zeigte, dass zwei bis drei Monate nach der Krankenhausentlassung noch etwa 74 Prozent der Patienten über Beschwerden klagten. Am häufigsten über Atemnot und extreme Müdigkeit. (Southmead Hospitals in Bristol) 
  • Eine weitere zeigte, dass 44 Prozent der Corona-Patienten zwei Monate nach der Erkrankung noch immer unter einer Verschlechterung ihrer Lebensqualität litten: 53 Prozent von ihnen litten unter Fatigue (US-Ärztezeitschrift "Jama")

Was führt zum Fatigue-Syndrom?

Aus der Medizinischen Hochschule Hannover kommen Stimmen, die sich fast mit den Aussagen der Chinesischen Medizin decken. „Was der Auslöser dieses Mattigkeitssyndroms ist, ist nicht ganz klar. Aber es scheine, als ob das Immunsystem der Betroffenen nachhaltig in Unordnung sei“, vermutet Professor Tobias Welte. Der Oberarzt der Klinik am Steigerwald, Paul Schmincke, drückt es so aus: „Wir sprechen von Post-Infektions-Syndromen nach Corona, Influenza oder Epstein-Barr-Akuterkrankung, wenn bestimmte Schritte der Immunreaktion bei einer Infektion nicht vollständig oder ohne zufriedenstellendes Ergebnis abgelaufen sind. Das Immunsystem speichert die Infektion als nicht vollständig bewältigt ab und bleibt aktiv, hat aber den Bezug zur Schleimhaut verloren.“ Die das Fatigue-Syndrom kennzeichnende Müdigkeit entspricht der Allgemeinsymptomatik einer Grippeinfektion ohne Schleimhautsymptome. Die Gründe, warum einige Arbeitsschritte des Immunsystems ausbleiben, hängen mit den Vorerkrankungen des Menschen, den Rahmenbedingungen der Infektion und den Eigenschaften des Virus zusammen.

Corona

Der Blick zur Fibromyalgie

Die Klinik am Steigerwald erzielt mit ihren therapeutischen Mitteln erfreulich gute Erfolge bei der Behandlung der Fibromyalgie. Auch hier zeigen sich extreme Müdigkeit, schnelle Erschöpfung und Konzentrationsschwächen und zusätzlich Schmerzen des Bewegungsapparates. Das Krankheitsmodell der Chinesischen Medizin an der Klink am Steigerwald basiert darauf, die Fibromyalgie hauptsächlich als immunologische Störung zu betrachten. Die Theorie ist, dass das Immunsystem bei Bekämpfung der Viren überschießend reagiert hat, Virusanteile im Körper verbleiben und dort eine immunologische Dauer Aktivität unterhalten. Auch in der Schulmedizin werden als mögliche Ursachen für das rätselhafte Krankheitsbild Infektionen mit dem Ebstein-Barr-Virus oder anderen Erregern diskutiert.  

Doch ähnlich wie beim Corona-Virus gilt dabei: nicht jeder, der Kontakt mit dem Virus hatte, entwickelt auch ein Fatigue-Syndrom. Epstein-Barr-Viren sind beispielsweise so verbreitet, dass über 90% der Bevölkerung im Leben schon Kontakt mit dem Virus hatte. Demnach haben die meisten Erwachsenen EBV-Antikörper im Blut. Die Aussage „Epstein-Barr-Viren machen Fibromyalgie oder Chronisches Müdigkeitssyndrom“ ist also nicht zutreffend. Die Ärzte der Klinik versuchen bei der Anamnese deshalb, diesen Zusammenhang zu präzisieren. Nur wenn Epstein-Barr-Viren wirklich ein klinisch manifestes Pfeiffersches Drüsenfieber mit Lymphknotenschwellung und ausgeprägtem Krankheitsgefühl hervorgebracht haben, und die Symptomatik in einem zeitlichen Zusammenhang mit dieser Erkrankung steht, ist dies als ein deutliches Indiz bei der Diagnosestellung der Fibromyalgie zu werten.

Wie die Chinesische Medizin Post-Infektions-Syndrome behandelt

In der Klinik am Steigerwald wird zunächst eine eingehende Analyse der klinischen Ausprägung der Immunreaktion durchgeführt. Die Frage ist stets, warum hat das Immunsystem eine spezifische Infektion nicht bewältigt und bleibt in einem ineffektiven Reizzustand zurück?

Chinesisch gesehen können diese steckengebliebenen Infektgeschehen gut behandelt werden. Die Erfahrungen der Klinik am Steigerwald mit Post-Influenza-Syndrom- oder Post-Pfeiffersches-Drüsenfieber-Patienten zeigen deutlich, dass die beschriebenen Belastungen auf das Konto einer nicht zu Ende geführten, im Hintergrund aktiven immunologischen Tätigkeit geht, die nur noch bedingt mit der Spezifität der vorangegangenen Viruserkrankung zu tun hat.

Der hängengebliebene Abwehrvorgang führt zu einem Zustand ineffektiver immunologischer Daueraktivierung, der Kraft kostet, müde macht und den Prozess in die Tiefe sinken lässt. Da der Entzündungsprozess kein Ventil findet, sammeln sich, gewebsgebunden entzündliche Altlasten an. Phasengerecht an den Krankheitsverlauf angepasste Chinesische Arzneien helfen, die Gewebe und Schleimhäute von diesen Altlasten zu befreien, die Schleimhautorgane zu ernähren und das Entzündungsgeschehen in physiologisch sinnvolle Bahnen zu leiten. In der Regel stellt sich die nachhaltige Besserung des Müdigkeitssyndroms mit wachsender Immunkompetenz ein, die sich in erfolgreich durchlaufenen grippalen Infekten, mit produktivem Schnupfen und Husten zeigt.

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Buch von Dr. Schmincke

In dem Buch „Chinesische Medizin für die westliche Welt“ von Dr. Christian Schmincke bringt der Chefarzt der Klinik am Steigerwald Interessierten die Sichtweisen der Chinesischen Medizin näher. So wird dem Leser schnell klar, dass die wichtigste TCM-Methode, die Behandlung mit individuell zusammengesetzten Rezepturen aus chinesischen Arzneimitteln, hierzulande noch ein Schattendasein führt. weiterlesen


News

Aug 2020 - Bayerischer Rundfunk berichtet über Klinik am Steigerwald
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Aug 2020 - Dr. Schmincke mit TCM-Thema in der Frankenschau des BR am Sonntag, den 23.08.2020 um 17.45 Traditionelle chinesische Medizin als gute Behandlungsmöglichkeit bei chronischen Erkranken. Insbesondere zu diesem Thema ist Dr. Christian Schmincke, Chefarzt der Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen, ins Studio des Bayrischen Rundfunks in Nürnberg eingeladen.
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Aug 2020 - Die neue Klinikzeitung ist da! Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Freunde, Förderer und Interessierte

Einen „runden“ Geburtstag feiern in Zeiten von Corona. – Geht das überhaupt? Schon mit der herzlichen Begrüßung der Gäste wird es schwierig. Denn die Umarmung beim Empfang, bei der Herz und Herz sich für einen...
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