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Die Klinikzeitung - Zeitung der Klinik am Steigerwald, Dezmber 2008
Der pflanzliche Therapiehelfer

Salbei, lat.: Salvia officinalis, Salvia miltiorrhizae

Salbei-Tee ist nicht jedermanns Sache. Wer aber mit seinem kräftigen Geschmack zurechtkommt, der profitiert schnell von seiner wohltuend reinigenden und klärenden Wirkung. Vom Salbei werden hierzulande nur die Blätter verwendet. Als Gewürz für Fleisch und andere kräftige Gerichte oder leicht angeröstet als Salbeibutter; zu Spaghetti nimmt man am besten die frischen Blätter. Für die Verwendung als Heil- oder Haushaltstee empfiehlt sich eher die getrocknete Pflanze. Man genießt den Tee ganz frisch aufgebrüht, denn wenn er steht, verliert er schnell an Würze und dunkelt nach. Man nehme nur wenige Blätter zum Aufguss, zu stark gebrüht vertreibt sein seifig-herber Geschmack leicht die Gäste. Salbeitee ist eines der besten Mittel für Mundspülungen und zum Gurgeln. Er reinigt, mobilisiert Schleim, festigt die Schleimhaut. Ich kenne kein besseres Mittel für diese Zwecke. Unsere Kräuterbücher empfehlen den Salbei auch noch bei übermäßigem Schwitzen, zum Abstillen und für 1000 andere Indikationen.

Einen engen Verwandten des europäischen Salbeis finden wir im chinesischen Arzneischatz wieder, Salvia miltiorrhizae. Hier werden die Wurzeln verwendet, auch reicht das Aufgießen nicht, die Wurzeln müssen eine halbe Stunde ausgekocht werden. Die Salbeiwurzel fördert die Blutbewegung in den kleinen Gefäßen, löst Blutstauung auf. Ihre bewegende Wirkung fördert den Stoffaustausch im Bereich der Endstrombahn und damit die Gewebsernährung. Die stauungslösende Kraft der Salvia milt. beruhigt den Geist. Die Pflanze spielt deshalb eine wichtige Rolle in Beruhigungs- und Schlafrezepturen sowie bei Durchblutungsstörungen, etwa bei Arterienverkalkung. Natürlich ist die Salvia auf geeignete andere Pflanzen als Rezepturpartner angewiesen, um ihre spezifischen Wirkungen zu entfalten, und die Verordnung derartiger Rezepturen setzt wiederum eine individuelle Diagnosestellung nach den Regeln der TCM voraus.