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Die Klinikzeitung - Zeitung der Klinik am Steigerwald, Dezmber 2008

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bedanken uns wieder für das freundliche Feedback zur Sommerausgabe 2008 mit dem Thema Füße. Ihre Post und Ihre Vorschläge ermöglichen uns, mit Freude immer wieder eine neue Zeitung zu erstellen. Wir haben geschrieben über Hände und Handlung, über Füße und Standpunkt, über Aussicht und Hoffnung. Aber was brauchen gerade kranke Menschen so nötig? Geduld. So soll ein kleiner Schwerpunkt in dieser 7. Ausgabe der Klinikzeitung dem Thema "Geduld" gewidmet sein.

Krankheiten kommen nämlich immer zur unrechten Zeit, sie kommen, wenn wir sie nun so richtig nicht brauchen können, und sie dauern immer etwas länger, als das eigene Gemüt ihnen zugesteht. Die Aufforderung zur Geduld – vom Arzt, vom Partner, von einem selbst – ist für den Betroffenen immer eine Zumutung. Geduld bremst uns. Sie ist notwendig, wenn zwei Welten zusammenstoßen. Die eine Welt ist die bekannte mit den vertrauten Routinen, Wünschen, Erwartungen und Pflichten. Die andere ist die Krankheit mit unvertrauten Erfahrungen, mit ihrer Unerträglichkeit, mit Verhinderungen und unbekanntem Sinn. Wir antworten mit Unverständnis, mit Ärger, mit Angst und Ungeduld, vielleicht auch Trauer. Geduld ist die Fähigkeit, sich auf etwas Unverstandenes einzulassen, eine neue Ordnung zu begreifen und letztlich eine Krankheit durchzustehen.

Wie sehr wünschen wir uns, diesen Prozess beschleunigen zu können. Es erinnert daran, wie man als Kind Radieschen gepflanzt hat und man sie immer ausgraben wollte um zu sehen, ob sie denn schon gewachsen sind.

Das Gras wächst leider nicht schneller, wenn man dran zieht, wie sehr man es auch wünscht. Die einzige Hoffnung ist jedoch: es wächst, auch wenn man es nicht immer sieht.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion viel Geduld und Hoffnung auf Ihrem Weg.

Bettina Meinnert & Michael Brehm
Redaktion Die Klinikzeitung