Beifuß, lat.: Artemisia vulgaris
Der Beifuß (Artemisia vulgaris) ist ein auf der ganzen Welt verbreitetes Gewürz-, Heil- und Unkraut. Um dieses Kraut, das nachweislich bereits in der Steinzeit bei uns heimisch war, ranken sich in unserer Kultur mannigfache Volksbräuche und Legenden. So wurde Beifuß in der Hexerei als Schutz gegen bösen Blick und zum Unsichtbarmachen (wie Johanniskraut) gebraucht. Ein auch bei uns vorkommender Verwandter des Beifußes ist der Wermut (Artemisia absinthium), der aus Zentralasien über die Mittelmeer-Region zu uns eingewandert ist und bekanntlich zur Getränke-Herstellung verwendet wird. In China spielt die Artemisia vulgaris eine große Rolle als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Moxakraut, ein Mittel, das durch Abbrennen eine medizinisch besonders wirksame Form von Wärme erzeugt und gemeinsam mit der Akupunktur zur Meridianbehandlung eingesetzt wird. Von den verschiedenen Verwandten des gemeinen Beifußes, die in der chinesischen Arzneitherapie Verwendung finden, hat die Artemisia annua in den letzten Jahren eine gewisse Berühmtheit erlangt, ist sie doch imstande, bei Malaria erstaunliche Heilwirkung zu entfalten, was in China schon vor 2000 Jahren beschrieben wurde. Da Anbau, Aufbereitung der Pflanze und Herstellung eines Heiltees auch ohne Hilfe der Pharmaindustrie möglich ist, versuchen zahlreiche humanitäre Organisationen die betroffenen Länder mit Samen und Gebrauchsanleitungen zur Selbstbehandlung zu versorgen, um der Selbsthilfe einen hinreichenden Vorsprung vor der Pharmaindustrie zu sichern. Letztere wittert natürlich in dem Vertrieb von Präparaten, aus Artemisia gewonnen, ein Bombengeschäft.
Wir verwenden in unserer Klinik eine weitere Verwandte des Beifußes, nämlich die Artemisia capillaris als entgiftende und schlackenausleitende Pflanze im Rahmen von sehr tiefgreifend wirkenden Blutreinigungsrezepturen.

