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Die Klinikzeitung - Zeitung der Klinik am Steigerwald, Juni 2008

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Nach den "Händen" folgen auf vielfachen Wunsch nun die "Füße". So, nun schreibt mal was über Füße. Beim freien Assoziieren über die Füße fällt Erstaunliches auf: In unserer Alltagssprache nehmen die Füße und die dazugehörige Tätigkeit, das Gehen, einen richtig großen Raum ein. "Wie geht es Dir?", "Wohin führt das?", "Ich habe einen festen Standpunkt" ,"Das geht nicht", "Man muss erst in den Schuhen des anderen gegangen sein...", "auf dem falschen Fuß erwischt"... Überall Querverbindungen zum Gehen, zu den Füßen, zum Weg.

Auf Zeichnungen von zwei- oder dreijährigen Kindern findet man die Spezies des Kopffüßlers, dessen charakteristische Unschärfe im Fehlen des Rumpfes liegt, also ein Kopf, an dessen Hals die Beine anschließen und mit den Füßen enden. Kinder, so sagt man, sehen reinen Herzens. Man kann daraus schließen, dass Beine und Füße einen direkten Zugang zum Kopf haben. Übrigens eine Verbindung, die schon die griechische Philosophie beflügelte und Philosophen anregte, nur noch im Gehen zu denken und Dispute auf ausgedehnten Spaziergängen zu führen. Gedanken, die im Stillstand entstanden, hatten den Ruf des Abgestandenen.

Ein kluger Chinese sagte einmal: es gibt keinen Weg, es sei denn, man geht ihn. Seitdem ist viel über Wege philosophiert worden, die erst im Gehen entstehen, und infolgedessen wurde der Weg selbst zum Ziel erklärt. Die Chinesen waren auch als erste Menschen in der Lage, sich die Ruhe als Potenzial aller Bewegungen vorzustellen und die Ruhe, vielleicht auch die Gelassenheit, als höchste Ausdrucksform der Bewegung. Taiji oder Qi Gong sind die dazugehörigen Übungswege.

Wir wünschen Ihnen wie immer viel Freude und vielleicht ein neues "auf den Weg machen", bei der Lektüre der 6. Klinikzeitung.






Bettina Meinnert & Michael Brehm
Redaktion Die Klinikzeitung